Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz gehören zu den höchsten der Welt. Dies bedingt entsprechende Löhne. Lassen wir es zu, dass in der Schweiz zu osteuropäischen, afrikanischen oder indischen Löhnen Leistungen erbracht werden, bricht unsere Gesellschaft auseinander.

Deshalb müssen unsere Löhne mit griffigen Gesetzen und guten Gesamtarbeitsverträgen geschützt werden. Ein Rahmenabkommen mit der EU kommt daher nur dann in Frage, wenn die EU unsere Massnahmen für den Lohnschutz vorbehaltlos unterstützt. Ich will nicht EU-Verhältnisse in der Schweiz, sondern den bewährten Schweizer Lohnschutz in der EU.

Seit einigen Jahren spüren wir alle die digitale Revolution. Ein Leben ohne Internet, Smartphone und Replay TV ist für viele kaum mehr vorstellbar. Genauso erging es unseren Vorfahren bei früheren industriellen Revolutionen. Wir alle profitieren heute von der Kraft des Wassers und des Wasserdampfs, von Strom und Licht, von Maschinen und Medizinaltechnik. All diese Erfindungen haben unser Leben angenehmer gemacht, haben zu Arbeitssicherheit, Gesundheit, Wohlstand und Arbeitszeitverkürzungen geführt.

In viele Kämpfen haben die Gewerkschaften dafür gesorgt, dass vom Fortschritt nicht nur die Wohlhabenden profitieren, sondern auch die Arbeiterinnen und Arbeiter. So arbeiten wir heute nicht mehr 70 Stunden und mehr, wie unsere Ur-Ur-Ur-Grosseltern, sondern zwischen 40 und 45 Stunden. Die Digitalisierung gilt es dafür zu nutzen, die Arbeitszeit weiter zu reduzieren, auf 35 Stunden, auf 30 Stunden. Denn wir Leben nicht, um zu arbeiten. Sondern wir arbeiten, um zu leben.

Arbeitszeitverkürzungen bringen auch die Gleichstellung von Frau und Mann um einen grossen Schritt weiter. Denn heute wird bei den Sozialversicherungen diskriminiert, wer Teilzeit arbeitet. Dank dem Produktivitätsfortschritt kann die Arbeitszeit ohne Lohneinbussen verkürzt werden. Zuerst in den Sozialpartnerschaften. Später auch in den Gesetzen. Für alle statt für wenige.