Kultur ist ein Teil des Menschen – a part of human being, wie die Angelsächs*innen sagen. Kultur ist geistige Nahrung: Musik, Theater, Literatur, Kunst, Museen etc. All dies gilt es gezielt zu fördern. Denn tun wir es nicht, verkümmert die Vielfalt und damit ein Teil der Gesellschaft. Kultur zu fördern ist deshalb für mich eine Selbstverständlichkeit.

Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als im Schweizer Fernsehen um Mitternacht Sendeschluss war. Als Beizen, Bars und Discos kurz nach Mitternacht dicht machten. Dieser erzwungene Feierabend im Nachtleben entsprang dem Gedanken, dass die Menschen am Morgen fit sein sollten für die Arbeit. Die Zeiten dieser Bevormundung der Gesellschaft sind zum Glück weitgehend vorbei.

Doch ein Relikt aus dieser Zeit besteht immer noch: Das absolute Primat des Wohnen über das Nachtleben. Nichts gegen ruhige Wohnzonen, in denen abends um zehn Nachtruhe gilt. Doch es braucht auch urbane Zonen, in denen das Primat des Nachtlebens gilt. Denn im Nachtleben treffen Menschen unterschiedlichster Berufsgruppen aufeinander, besonders die Kreativwirtschaft. Innovative Ideen entstehen oft nicht am Bürotisch, sondern im Austausch mit anderen. Das gilt es zu fördern.